Literarisches Kabarett

,,Tango International –
Musik und Literatur: Ein Streifzug auf der Achse Argentinien, Türkei, Österreich, Finnland und Griechenland

Mit dem Interrail-Pass der Bahn kann man einen Monat lang ganz Europa mit dem Zug befahren. Dieses Interrail-Tangokabarett kommt auf den Spuren des Tango noch viel weiter: Zehn Länder auf vier Kontinenten werden bereist.

Der Tango hat seine Wurzeln in Südamerika, in Argentinien und Uruguay, kam von dort zunächst nach Frankreich und verbreitete sich dann in ganz Europa. In der Türkei gehört er seit den Tagen des Kemal Atatürk zum Standard, im Norden, in Finnland, ist Tango so etwas wie ein Nationaltanz, und sogar in Japan gibt es eine echte Tangoszene. Grund genug, die internationale Seite dieses leidenschaftlichen Tanzes einmal musikalisch und sprachlich-literarisch zu würdigen. In acht verschiedenen Sprachen stellt Luise Wunderlich den Tango dar. Ob spanisch, griechisch, türkisch oder französisch, das Sprachtalent beeindruckt und überzeugt, ob sie liest oder singt.

Tango International

Den Rahmen des Programms bildet die Geschichte des finnischen Tangoenthusiasten Virtanen, dargestellt von Luise Wunderlich, dessen einzige Leidenschaft – mit der Muttermilch eingesogen – der Tango ist. La Cumparsita von Matos Rodriguez waren die ersten Takte seines Lebens, die hat er drauf wie kein anderer.

Mit Juliane Kamp am Klavier, Harald Schneider am Saxophon und Kurt Holzkämper am Bass nimmt Luise Wunderlich das Publikum mit auf eine komisch-tragische Reise der Gefühle, von unglücklicher Liebe und Leidenschaft über Sehnsucht bis zu bitterer Enttäuschung.

Poetische Tangotexte, literarische Kostproben aus dem jeweiligen Land und zwei alte Tanten aus dem Nachbarhaus, die mitten in der Nacht Tango tanzen, sorgen inhaltlich für Abwechslung, musikalisch überzeugt der Kontrast zwischen heiterem Stakkato und melancholischer Schwere. Auf verschiedenen Ebenen wird in diesem kurzweiligen Stück die tragische Liebe mit viel Seele und Komik dargestellt.

Luise Wunderlich – bekannt für ihre eigenwilligen literarischen und literarisch-musikalischen Programme ("Ich bin frei, und mir ist schlecht", "Am Beispiel Paula") – und Juliane Kamp stehen mit dem Literaturkabarett "Verlier nicht den Kopf aus Liebe" zusammen auf der Bühne.

Kurt Holzkämper und Harald Schneider sind Mitglieder von "Grupo Sal" (Auftritte mit Dietmar Schönherr, Dorothe Sölle und Ernesto Cardenal) und des Ensembles "Phon B". Kurt Holzkämper hat sich außerdem durch das Programm "Tap-n-Bass" mit dem Stepptänzer Thomas Marek einen Namen gemacht.